Idee & Konzeption, Art Direction, Umsetzung & Gestaltung
Illustration eines Ausmalbildes
Illustration eines Ausmalbildes
Das Kantonsspital Graubünden ist das zentrale Akutspital des Kantons und versorgt Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region in einem breiten medizinischen Spektrum. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei auch die kindgerechte Betreuung ein. Für die Kindersprechstunde des Kantonsspitals Graubünden durfte ich ein Ausmalbild gestalten, das Kinder auf eine bevorstehende Operation vorbereitet und ihnen hilft, Ängste abzubauen.
Gestaltungsprozess
Das Ausmalbild zeigt den Ablauf einer Operation aus der Perspektive eines Kindes. In enger Abstimmung mit dem medizinischen Fachpersonal wurden jene Räume, Personen und Objekte definiert, die für Kinder während des Prozesses eine zentrale Rolle spielen. Ziel war es, durch Wiedererkennung und spielerische Auseinandersetzung Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln.
In der Umschleuse wird der erste Kontakt mit dem OP-Bereich dargestellt. Das medizinische Personal trägt bereits OP-Kleidung mit Handschuhen und Kopfbedekung. Die Eltern verabschieden sich fröhlich und winken, ebenso wird das Kind selbst ohne Angst und mit positiver Ausstrahlung gezeigt. Als emotionale Unterstützung darf ein persönlicher Gegenstand, wie zum Beispiel ein Teddybär, mitgenommen werden. Weitere wichtige Elemente sind die spezielle Wärmedecke, der OP-Tisch, auf den gewechselt wird, sowie die markanten Vorhänge, die den Raum abtrennen und für Wiedererkennung sorgen.
Im Vorbereitungsraum wird das Kind auf das Einschlafen vorbereitet. An der Decke läuft der Einschlafzirkus als beruhigende Ablenkung. Medizinische Geräte sind bewusst sichtbar dargestellt, um Vertrautheit zu schaffen. Dem Kind wird spielerisch vermittelt, dass es durch tiefes Einatmen versuchen kann, einen Ballon am Ende eines Schlauches aufzublasen. Ergänzend sind die Anästhesiemaske mit auswählbaren Geschmacksrichtungen, die angeschlossene Wärmedecke, markante Schränke sowie die Tür zum Operationssaal dargestellt. Der OP selbst, mit seinen markanten Lampen und Monitoren, wird nur angedeutet, da das Kind den Eingriff und diesen Raum nicht bewusst wahrnimmt. Eine freundlich winkende Ärztin oder ein Arzt signalisiert dem Kind, dass es gut aufgehoben ist.
Der letzte Abschnitt zeigt den Aufwachraum als ruhigen und sicheren Ort. Das Kind wacht glücklich auf und wird von einem Elternteil – in diesem Fall der Mutter – begleitet. Eine Infusion am Arm stellt die Situation realistisch dar, ohne bedrohlich zu wirken. Typische Elemente wie Tier-Mobiles über den Kinderbetten, Vorhänge sowie ein normales Bett sorgen für eine vertraute Atmosphäre. Eine Tür nach draußen symbolisiert das Ende des Ablaufs und steht sinnbildlich dafür, dass das Kind die Operation geschafft hat.
Das Ausmalbild wurde sowohl in einer Jungen- als auch in einer Mädchenversion umgesetzt, damit sich die Kinder besser mit der dargestellten Situation und ihrer eigenen Operation identifizieren können. Es wird auf DIN A4 gedruckt, die benötigte Stückzahl kann je nach Bedarf flexibel angepasst und bei Bedarf nachgedruckt werden.
Das Projekt verbindet Information mit emotionaler Entlastung und unterstützt Kinder dabei, sich spielerisch mit einer medizinischen Situation vertraut zu machen.